bestellte Waren anzeigen
  • PUMA Individual 111
  • Das persönliche PUMA Messer
  • selbst gestalten ... mehr
Der Marktplatz für Jäger

vom 3. bis 6. März 2017 präsentieren wir unsere Neuheiten auf der internationalen Fachmesse "IWA OutdoorClassics" für Jagd und Schießsport im Messezentrum Nürnberg Deutschland. Sie finden uns in Halle 5, Stand 227.

NUR FÜR FACHEINKÄUFER Legitimation ist nachzuweisen
» Puma-Messer rüdemann, wildtöter und waidwerk:
Im Reiche des Silbernen Löwen
Es sind gleich zwei ihrer altvertrauten Messerklassiker, welche die Solinger Firma Puma in neuem Design vorlegt, ergänzt um ein völlig neu entwickeltes Modell. VISIER hat sich das Jagdmesser-Trio angesehen, stellt Ihnen die einzelnen Modelle vor und erklärt, warum hier manches kleingeschrieben wird.
Auf Neudeutsch nennt sich das "Relaunch", was früher "Überarbeitung" hieß. Aber wie auch immer, beides trifft auf das zu, was die Solinger Messerschmiede Puma bei einigen ihrer Jagd-Klassiker durchführt. Verantwortlich dafür zeichnet Designer h. p. knoop,
der auf moderne ergonomische Gesichtspunkte und das Ästhetische ebenso achtet wie darauf, dass das neue Äußere zum Ur-Entwurf passt: Nach dem hirschfänger (VISIER 11/2013) schickte Puma mit rüdemann 40 und wildtöter neue Versionen zweier Klassiker. Zudem fügte das Werk ein ganz neues Messer hinzu: das waidwerk. Und nein, nichts da mit Tippfehler oder Rechtschreibschwäche: Weil der Designer seinen Namen klein schreibt, hat das Werk das auch für die von ihm neu gestalteten Messerklassiker übernommen.
Puma rüdemann 40:
Damit vollzieht die Karriere knoops einen Kreisschluss. Vor 40 Jahren erhielt er den ersten Auftrag von Puma. Das Werk mit dem Logo des Silbernen Löwen (um es mal poetisch mit Karl May auszudrücken) wollte ein Messer für Hundeführer oder Rüdemänner. Um ein robustes, nachsuchetaugliches Werkzeug, mit dessen wuchtiger, schwerer Klinge sich störendes Geäst im Unterholz leicht abschlagen ließ. Als Grundlage dienten knoop Konzepte und Ideen von Oberforstmeister Walter Frevert und vom bekannten Schweißhundeführer Walter Tassius. Damit folgte Puma einer Tradition, die 1953 in der Ägide des Grafen Oswald von Frankenberg und Ludwigsdorf begonnen hatte. Nicht nur, dass der Graf großen Anteil am legendären Image der Marke Puma hatte, sondern auch, dass er das durch Konsultation von Outdoor-Fachleuten und Jagdpraktikern erreichte. So entstanden Modelle wie das Waidblatt nach Frevert, das für die ostafrikanische Jagdorganisation entwickelte White Hunter und 1975 eben das Rüdemann, Modellnummer 3584.
Der Verweis auf Waidblatt und White Hunter erfolgt nicht von ungefähre. Auf den ersten Blick sieht das Rüdemann 3584 dank bauchig ausladender Klinge sowie vieler Linien-Elemente mit den zur Spitze hinführenden Bogenläufen aus wie eine Variation dieser beiden Modell. Jedoch zeigt der zweite Blick Unterschiede vor allem am Übergang von Handschutz zu Klinge. Das Rüdemann 3584 hat weder die Sägezahnung noch die Daumenauflage, prägnante abgesetzte Fehlschärfe des Frevert'schen Waidblattes. Und dann schuf knoop einen gebogenen, im Querschnitt ovalen Griff, kombiniert mit markantem, kommaförmigem Handschutz. Damit ging Puma weg vom Üblichen, das althergebracht-symmetrisch ausfiel oder eine gerade Rückenform mit einem Vogelkopf-Knauf verband. Der Rüdemann-Griff war ergonomisch ein Quantensprung. Namentlich bei Hieb- und Hackarbeiten bildete der gebogene Griffrücken einen Segen für die Innenhand. "Aber", so Harald Lauer von Puma, "das war nicht der Weisheit letzter Schluss. Man wusste zwar, wo man hinwollt, konnte damals aber nicht alle Ergonomie-Erkenntnisse technisch verwirklichen." Dennoch setzte sich das Messer flugs bei den "dog people" durch. Die erste Version gab es bis zirka 1995. Sammler suchen vor allem eins der 30 Stück, die der Deutsche Jagdschutzverband (DJV) zum 30-jährigen Bestehen geordert hat. 1999 bis 2010 legte Puma das Messer als Rüdemann II auf. Dann war erstmal Schicht im Schacht - bis 2015 und damit dem rüdemann 40.
Traditionell zeigt sich die 305 mm lange und 485 Gramm schwere Neuheit im Material: Ein Klingenblatt mit 1.4116er Stahl (Rockwell-Härte 59-60), dazu auf die Angel aufgelegte Neusilberbacken und dazwischen vernietete Hirschhornschalen (es gibt auch eine Version mit schwarzen Micarta-Schalen).
Die Klinge blieb großteils gleich, abgesehen vom Arrangement der Fehlschärfe, Puma üblich spitz auslaufend. Denn deren neue Schrägstellung ergibt sich zwingend aus der geänderten Form des Handschutzes: Ebenfalls schräg angestellt, mündet er in eine Biegung, die viel sanfter und damit eleganter ausläuft als der Zacken bei der Ur-Version. Überhaupt steckt beim rüdemann 40 der Pfiff im Griff. Denn da setzte knoop das um, was Laue mit "die Erkenntnisse der Ergonomie für Handwerkzeuge" umschreibt: "Je besser ein Griff mit der Hand umfasst werden kann, und je geringer die Reibung in Richtung Schub und Zug ist, desto weniger Haltekraft benötige ich für die sichere Führung und Haltung des Messers." Und das Kompliment muss man machen: Der Griff passt. Die zwei Fingerrillen, dazu die nach hinten gewölbte Innenrundung des Handschutzes, die sanfte Mulde vorn oben auf dem Griffrücken und die zwei ebenso sanften Mulden links und rechts vorn am Übergang von Griff und Handschutz - so liegt das Messer gerade bei Hackarbeiten gut in der Pfote, kann sich dabei gut, weil aber
alles andere als handquälerisch bewegen und dadurch seine Wucht besser abgeben. Die wie der Handschutz aus Neusilber ausgeführten Knaufbacken liefern die nötige Gegenbalance. Überhaupt gefällt die sorgsame Verrundung aller störenden Kanten und Ecken: klasse. Apropos Griff. Das führt zum nächsten Probanden: dem wildtöter, der sich in der Materialwahl nicht vom rüdemann 40 unterscheidet.
Puma wildtöter:
Legt man dieses Messer und das rüdemann 40 an den Griffen passgenau übereinander, zeigt sich von der Seite her dieselbe kontur. Was wegfiel, waren die gewichtigen Knaufbacken, da bei einem so schlanken, leichten Messer überflüssig. Das 292 mm lange Modell wiegt nur 276 g und ist über 200 g leichter als das rüdeman 40. Sein Zweck liegt auch woanders: Der Name bildet eine Reverenz an die Lederstrumpf-Romane von James F. Cooper, ist aber auch Programm - ein Messer, mit dem man auch großes Wild abnicken kann. Auch zeigte sich der Griff beim Blick auf den Griffrücken nicht ganz so dick. Damit gelang knoop eine völlige Neuinterpretation. Denn der in den 1980er Jahren gebaute Original-Wildtöter hatte noch einen Vogelkopf-Knauf und einen zu Griff und Klinge traditionell rechtwinklig abgesetzten Handschutz. Die neue Variante mag den ans alte Tassius-Konzept gewohnte Fan stören. Aber knoops überarbeiteter Griff sorgt wie beim rüdemann 40 für eine Handlage, die ein Internet-Nutzer mit "unbeschreiblich gut" klassifizierte. Neu auch die Klinge. Prinzipiell in der für ein Messer typischen Form mit gerundeter, zum Rücken hin gehender Spitze, gibt es jetzt anders als bei der Ur-Version keine Schneide mehr, deren Flanken bis zum Rücken hinaufreichen. Statt dessen zog knoop die Schneidpartie nur auf gut zwei Dritteln der klingenbreite hoch. Dann geht sie in je einen prägnant ausgebildeten Klingenspiegel über, der so dick wie der Rücken ausfällt. Als Folge ist die 160-mm-Klinge stärker und damit belastbarer. Fraglos praktisch, zumal mit elegant-dynamischer Linienführung - aber nicht mit der vertraut-schlichten
Form des ersten Wildtöters: Geschmacksache. Auch vereinfachte der Designer den Übergang vom Ricasoo zur Schneide. Statt des alten stufigen Übergangs liegen sie auf einem Niveau, nur durch einen kleinen, halbrunden Drei-Millimeter-Einsatz getrennt. Fazit: Top-Messer, toller Griff und eine praxisgerecht verstärkte Klinge, die aber manchem Puristen zu weit weg vom Original sein dürfte.
Puma waidwerk:
Die eingangs erwähnte Neuheit, bestimmt für Jagd und Outdoor. Mit einer Klingenlänge von 100 mm, so dass es nicht unter die Trageverbote des Waffengesetzes fällt. Klar, das Testmuster kam mit Hirschhorn und Neusilber. Aber neben stabilisiertem Holz (Raffir) bietet Puma hier Neues: Wer will bekommt das waidwerk mit Acryl-Griff, der im Dunkeln fluoresziert. So lässt sich das Messer gut wiederfinden, sollte man es im Jagdfieber bei der roten Arbeit mal verlegt haben. Im Unterschied zu wildtöter und rüdemann 40 steht das Klingenmaterial: S14C28N. Puma bezeichnet diese Sandvik-Sort als seinen neuen Stahl. Gehärtet ist er auf Werte von 60 bis 62 Rockwell. Neu auch die
eigens für Jägers ersonnene Klingenform. Lauer: "Die Klinge besitzt zur Spitze (Rücken) hin den Bogenverlauf des White Hunters. Die Klingenschneide verläuft in einem aufgerichteten Bogen zu Klingenspitze, das ermöglicht die Nutzung der gesamten Schneide. Der Querschnittsantieg der Klingenbreite zum Griff hin gestattet beste Seitensteuerung." Bleiben noch die zwei auffälligen Mulden auf dem Griffrücken. Sie erlauben das klassische Drücken mit dem Daumen ebenso wie die Führung des Zeigefingers beim Aufschärfen von Decke oder Schwarte. Fazit: ein pfiffiges Messer. Mit kleinem Ärgernis: Wäre das Testmuster im Besitz des Verfassers, dürfte sich eine Schlüsselfeile hingebungsvoll mit den beiden Kanten vorn oben am Handschutzrücken befassen - so sind sie etwas zu scharf.
Text: Matthias S. Recktenwald
Fotos: Michael Schippers
und Matthias S. Recktenwald
VISIER.de August 2015
 
Im Reiche des Silbernen Löwen
Zahlung mit Karten für Reparatur etc.
 
© 2001- 2017 All Rights Reserved, www.pumaknives.de, info@pumaknives.de